Filmtipp: MOMMY von Xavier Dolan

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Es ist Wochenende und ihr wisst nicht, was ihr tun sollt. Wie wär’s mal wieder mit Kino? Wir können euch eines versprechen, gerade lohnt es sich wieder sehr. Denn der Film MOMMY kann alles – vertraut uns einfach!

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Die resolute Diane liebt ihren 15-jährigen Sohn Steve über alles, obwohl er sie mit seinen extremen Wut- und Gewaltausbrüchen in den Wahnsinn und in den Ruin treibt. Seit dem Tod seines Vaters hat Steve eine Reihe von Heimen für schwer erziehbare Kinder durchlaufen. Nun kommt er zurück zu seiner Mutter, weil niemand sonst mit ihm fertig wird. Mit seinem fordernden Anspruch auf die Rolle des Mannes im Haus und seiner überbordenden Liebe zu ihr stellt er sie auf die Probe. Dabei ist Diane auch ohne ihren unbändigen Sohn längst überfordert mit sich und der Welt. In ihrem Bemühen, ihr Schicksal zu meistern, bekommt sie unverhofft Hilfe von der schweigsamen Nachbarin Kyla, der es gelingt, eine Balance in der Mutter-Sohn-Beziehung zu schaffen und eine zarte Hoffnung auf eine vielleicht doch noch glückliche Zukunft aufkeimen zu lassen.

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Mit ungeheurer Wucht erzählt MOMMY von einer außergewöhnlichen Mutter-Sohn-Beziehung, in der Zärtlichkeit und Brutalität nur einen Herzschlag voneinander entfernt sind. Mit großem stilistischen Wagemut, mitreißender Musik und viel Liebe zu seinen Figuren feiert Regiewunder-kind Xavier Dolan die Möglichkeiten des Kinos. MOMMY ist so intensiv, dass er fast die Leinwand sprengt und direkt unter die Haut geht. In Cannes begeisterte der Film Kritiker und Publikum gleichermaßen und wurde mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.

Dass Xavier Dolans MOMMY kein Film wie jeder andere werden würde, merkte man allein schon am Format. Denn statt des normalen Kinoformats wählt Dolan von Anfang an ein nahezu quadratisches Seitenverhältnis von 5:4, das er im letzten Jahr schon einmal für ein Musikvideo verwendete. Nur an zwei Stellen erweitert sich der Bildrahmen, wobei das Öffnen des Blicks beim ersten Mal sehr auffällig inszeniert wird und beim zweiten Mal so beiläufig geschieht, dass man den Wechsel erst im Nachhinein bemerkt.

Also nicht lange überlegen und ab ins Kino!

(Quelle: FilmPressKit)